
28. Generalversammlung Curaviva Schwyz
23. Mai 2025Der zweite Netzwerk-Anlass von Curaviva Schwyz am Abend des 15. Oktober 2025 im grossen Saal des Klosters Einsiedeln stand ganz im Zeichen der datenbasierten Qualitätsentwicklung.
Hinter dem sperrigen Titel «Bedeutung, Mehrwert und Auswirkung der medizinischen Qualitätsindikatoren für die Institutionen und Trägerschaften» verbargen sich spannende Aspekte, wie sich die Pflege- und Betreuungsqualität der Bewohnenden in Altersheimen verbessern lässt. Gemäss Krankenversicherungsgesetz (KVG) müssen Altersheime die Wirtschaftlichkeit und Qualität ihrer Leistungen überwachen. Grundlage dazu bilden sechs sogenannte medizinische Qualitätsindikatoren (MQI), die schweizweit gleich gemessen werden. Dabei geht es z.B. um Informationen zur Ernährung, zum Medikamenteneinsatz oder zum Schmerzempfinden. So können sich die Altersheime über ihr Qualitätsniveau bewusst werden, sich untereinander vergleichen und austauschen. Die Idee ist, dass die Heime von den Besten lernen.
Den Auftakt zum Abend machte Pater Daniel Emmenegger, der sich als Dekan des Klosters Einsiedeln u.a. für die Betreuung seiner betagten Mitbrüder verantwortlich zeichnet. Er betonte, wie wichtig die menschlichen Aspekte in der Alterspflege sind.
Als Referentin konnte Prof. Dr. Franziska Zúñiga von der Universität Basel gewonnen werden. Sie ist intensiv in die Umsetzung der KVG-Vorgaben involviert und gilt als absolute Expertin auf dem Gebiet der datenbasierten Qualitätsentwicklung. Ziel der KVG-Vorgaben ist gemäss Zúñiga, dass das Auswerten der gemessenen Daten in die laufende Verbesserung der Leistungserbringung einfliesst. Konkret: Die Lebensqualität der Bewohnenden in Altersheimen soll steigen. Zudem soll das System gegenüber den Finanzierern (Bewohnenden, Versicherungen, Gemeinden, Kantonen) Transparenz bezüglich Einsatz der Gelder bringen. Und schliesslich dient die Datenerhebung dem Bund zur Planung der Betagtenbetreuung.
Zúñiga betonte die Wichtigkeit der sechs MQI, erwähnte aber auch, dass ein ganzheitliches Qualitätsverständnis viel weiter gehe als die KVG-Vorgaben: «Die MQI sagen nichts über die Qualität eines Altersheims als Ganzes aus. Bei der Wahl eines Altersheims sind für interessierte Betagte andere Faktoren wie eine gute Erreichbarkeit oder sorgfältig ausgebildete, respektvolle Pflegemitarbeitende wichtiger.»
Die Erhebung der MQI ist in ein von der Eidgenössischen Qualitätskommission lanciertes und gesteuertes Programm eingebettet. An seiner Gestaltung sind auch nationale Organisationen wie Curaviva massgeblich beteiligt. Das Programm unterstützt die Altersheime bei der kontinuierlichen Entwicklung ihrer Pflegequalität auf Basis der erwähnten, soliden Daten. So werden den Altersheimen künftig Weiterbildungen zum Thema Qualitätsverbesserung angeboten. Dazu kommen Hilfsmittel wie Faktenblätter, Anleitungen, Checklisten oder Präsentationen für interne Schulungen. Bei all diesen Aktivitäten steht immer die Frage im Zentrum, wie sich das Wohl und die Gesundheit der zu betreuenden und zu pflegenden Betagten verbessern lassen.
Beim abschliessenden Apéro tauschten sich die rund dreissig Teilnehmenden engagiert über das Gehörte und ihre bisherigen Erfahrungen zum Thema aus.
Der 3. Netzwerk-Anlass ist bereits terminiert: Er findet am 14. Oktober 2026 statt. Thema und Ort sind noch offen.




